Luftreiniger Plasma, Plasma-Luftreiniger

Luftreiniger Plasma

Plasma-Luftreiniger versetzen die eingeleitete Raumluft zwischen Elektroden in einen Plasma-Zustand. In diesem Aggregatzustand entstehen Ionen, Radikale und freie Elektronen, die mit verschiedensten Schadstoffen reagieren und diese so teilweise unschädlich machen. Um die Reinigungsleistung des Plasmas zu verbessern, enthalten Plasma-Luftreiniger...

Plasma-Luftreiniger versetzen die eingeleitete Raumluft zwischen Elektroden in einen Plasma-Zustand. In diesem Aggregatzustand entstehen Ionen, Radikale und freie Elektronen, die mit verschiedensten Schadstoffen reagieren und diese so teilweise unschädlich machen. Um die Reinigungsleistung des Plasmas zu verbessern, enthalten Plasma-Luftreiniger meist auch HEPA- und Aktivkohlefilter. Ein Nachteil von Luftreinigern mit Plasma-Technologie ist die mögliche Freisetzung von Ozon. Leistungsfähige Luftreiniger mit Plasma-Technik gibt es ab etwa 150 Euro.

Luftreiniger PlasmaWie funktioniert ein Plasma-Luftreiniger?

Bei Luftreinigern mit Plasma wird die Raumluft durch ein elektrisches Gebläse zwischen Elektroden mit hoher elektrischer Spannung hindurchgesaugt. Zwischen den Elektroden geht die Raumluft kurzfristig in den gasförmigen Plasma-Zustand über. In diesem vierten Aggregatzustand liegen viele Bestandteile der Raumluft in Form von Ionen (Atom oder Molekül mit elektrischer Ladung) und freien Elektronen vor. Außerdem entstehen im Plasma viele reaktionsfreudige Radikale.[1] Radikale sind Moleküle oder Atome, die mindestens ein ungepaartes Elektron aufweisen. Insgesamt herrscht im Plasma der Luftreiniger ein äußerst günstiges Umfeld für verschiedenste chemische Reaktionen, das für eine Zersetzung, Aufspaltung und Umwandlung verschiedenster Schadstoffe sorgt. Auch Bakterien, Viren und Schimmelpilzsporen werden durch Plasma-Luftreiniger größtenteils unschädlich gemacht. Um verbleibende Abbauprodukte aufzufangen, ist der Plasma-Luftreinigung meist ein Aktivkohlefilter nachgeschaltet. Plasma-Luftreiniger setzen teilweise Ionen in die Raumluft frei, an die sich zum Beispiel Staubpartikel zu Clustern binden. Diese Cluster fallen aufgrund ihres relativ hohen Gewichts zu Boden und können so nicht mehr so leicht eingeatmet werden. Außerdem wird Ionen eine allgemein positive Wirkung auf das menschliche Wohlbefinden nachgesagt. Diese Aussage ist in Fachkreisen aber umstritten.

Gegen welche Schadstoffe sind Plasma-Luftreiniger wirksam?

Plasma Luftreiniger sind gut geeignet, um verschiedenste flüchtige Raumluftschadstoffe unschädlich zu machen. Dazu zählen zum Beispiel flüchtige organische Verbindungen (VOCs) wie Formaldehyd, Lösungsmittel, Weichmacher, Flammschutzmittel oder Schadstoffe aus Tabakrauch. Auch gegen unangenehme Gerüche, Schimmelpilzsporen, Bakterien und Viren sind Plasma-Luftreiniger effektiv.[2] Wichtig ist, dass Luftreiniger mit Plasma-Technik über einen nachgeschalteten Filter mit Aktivkohle verfügen, der im Plasma entstehende Verbindungen und Ozon größtenteils aus der Abluft entfernt.

Können auch Pollen, Asbest und Hausstaub durch Plasma-Luftreiniger entfernt werden?

Plasma-Luftreiniger haben bei starken Belastungen der Raumluft mit Pollen, Hausstaub oder anorganischen Schadstoffen wie Asbest meist keine ausreichende Wirkung. Deshalb enthalten Plasma-Luftreiniger vielfach auch einen groben Vorfilter und einen HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air Filter), der eine sehr gute Abscheideleistung gegen Pollen und Hausstaub aufweist. Da die Raumluft bei Plasma Luftreinigern nur sehr kurzfristig in den Plasma-Zustand versetzt wird, müssen die Geräte die Raumluft oft mehrmals filtern, um eine ausreichende Reduktion der Schadstoffe zu erreichen. Deshalb sollten auch Luftreiniger mit Plasma-Technik die Raumluft mindestens zweimal in der Stunde filtern.

Bei welchen Beschwerden sind Plasma-Luftreiniger sinnvoll?

Reine Plasma Luftreiniger ohne Filter sind zum Beispiel bei störenden Gerüchen sowie Atemwegs- oder Augenreizungen durch flüchtige Chemikalien sinnvoll. Auch bei unklaren Beschwerden im Rahmen eines Sick-Building-Syndroms können Luftreiniger mit Plasma-Technik helfen. Für immungeschwächte Menschen ist die entkeimende Wirkung der Geräte vorteilhaft. Pollen-, Hausstaub- und Tierhaarallergiker sowie Asthmatiker sollten auf Geräte mit zusätzlichem HEPA-Filter zurückgreifen. Luftreiniger mit möglichst geringen oder keinen Ozon-Emissionen sind zu bevorzugen. Ozon wirkt zwar unter anderem keimtötend, das Gas reizt aber auch die Atemwege und Augen.

Referenzen zu „Luftreiniger Plasma“:

[1] Ruhr-Universität Bochum, „Was ist Plasma?“

[2] Max-Planck-Gesellschaft, Medizin & Technik 02/2010, „Keimen keine Chance lassen“