Luftreiniger Aktivkohle

Luftreiniger Aktivkohle

Luftreiniger mit Filtern aus Aktivkohle sind besonders zur Abscheidung von gasförmigen Schadstoffen geeignet. Auch unangenehme Gerüche werden von Aktivkohle aus der Luft gefiltert. Aktivkohle besteht aus feinkörnigem, porösen Kohlenstoff mit sehr großer innerer Oberfläche. An dieser werden Schadstoffe sehr gut festgehalten (adsorbiert). Aktivkoh...

Luftreiniger mit Filtern aus Aktivkohle sind besonders zur Abscheidung von gasförmigen Schadstoffen geeignet. Auch unangenehme Gerüche werden von Aktivkohle aus der Luft gefiltert. Aktivkohle besteht aus feinkörnigem, porösen Kohlenstoff mit sehr großer innerer Oberfläche. An dieser werden Schadstoffe sehr gut festgehalten (adsorbiert). Aktivkohle, die vielfach auch A-Kohle genannt wird, kommt in Luftreinigern oft als Ergänzung zu HEPA-Filtern zum Einsatz.

Wie funktioniert ein Luftreiniger mit Aktivkohle?

Luftreiniger AktivkohleIn Luftreinigern ist Aktivkohle meist in dicken Matten verbaut. Durch ein elektrisches Gebläse wird die Raumluft durch die Aktivkohlematten gesaugt. Aktivkohle besteht zu über 90 % aus Kohlenstoff. Die Adsorptionswirkung der Aktivkohle gegenüber flüchtigen Schadstoffen beruht auf der extrem großen, schwammartigen inneren Oberfläche der Aktivkohle. Diese kann bei 1 Gramm Aktivkohle bis zu 1.500 m² erreichen.[1] Die Mikroporen von Aktivkohle in Luftreinigern haben teilweise eine Größe von weniger als 2 nm (0,0000020 mm). Viele Schadstoffe aus der Raumluft bleiben an den Oberflächen der Mikroporen einfach haften (Adsorption). Je dicker die Aktivkohleschicht, desto größer ist die Adsorptionsleistung des Aktivkohlefilters. Aktivkohle fungiert teilweise auch als Reduktionsmittel (gibt Elektronen ab) und macht so Chemikalien wie Ozon unschädlich. In Luftreinigern ist dem Filter aus Aktivkohle meist ein grober Vorfilter vorgeschaltet. Dieser filtert grobe Partikel wie Tierhaare, Textilfasern und Staubflusen ab, da diese den Aktivkohlefilter sonst sehr schnell zusetzen könnten. Luftreiniger mit Aktivkohle enthalten häufig auch einen HEPA-Filter, der sich besonders gut für die Abscheidung von feinsten, nicht flüchtigen Partikeln eignet.

Luftreiniger mit Aktivkohle – welche Schadstoffe scheiden sie ab?

Luftreiniger mit Aktivkohle werden hauptsächlich zur Abscheidung flüchtiger Luftschadstoffe eingesetzt. Dazu zählen zum Beispiel verschiedenste Ausdünstungen aus Möbeln, Kunststoffen, Reinigungsmitteln und Lacken. Aktivkohle kann aber ebenfalls Dämpfe von Lösungsmitteln, Ozon und Chlorkohlenwasserstoffe aus der Raumluft filtern. Auch schädliche Bestandteile von Tabakrauch wie Teer und Benzol werden von Aktivkohle abgeschieden. Besonders gut eignet sich Aktivkohle in Luftreinigern zur Entfernung von unangenehmen Gerüchen aus der Raumluft. Viele Bakterien und Viren werden von Aktivkohlefiltern ebenfalls abgefiltert. Aktivkohle hält auch Pollen, Schimmelpilzsporen und Staubpartikel fest. Allerdings setzt sich Aktivkohle mit diesen Partikeln relativ schnell zu. Deshalb werden feste Partikel in Luftreinigern meist durch einen zusätzlichen HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air Filter) abgeschieden.

Bei welchen Beschwerden sind Luftreiniger mit Aktivkohle sinnvoll?

Ein Luftreiniger mit Filter aus Aktivkohle ist besonders bei Belastungen der Raumluft mit flüchtigen Chemikalien sinnvoll. Chemikalien wie Formaldehyd, Lösungsmittel oder Bestandteile von Tabakrauch können unter anderem Augenbrennen, Reizungen der Atemwege und Übelkeit verursachen. Vielfach können gesundheitliche Beschwerden in Innenräumen keinen einzelnen Ursachen zugerechnet werden. In diesem Zusammenhang wird oft vom Sick-Building-Syndrom gesprochen.[2] Häufig werden Beschwerden auch durch mehrere Luftschadstoffe verursacht. Filter aus Aktivkohle können wegen ihres sehr breiten Abscheidespektrums auch in diesen Fällen helfen.

Aktivkohle in Luftreinigern – Vor- und Nachteile

Luftreiniger mit Filtern aus Aktivkohle sind bereits zu Preisen von unter 100 Euro zu haben und die Abscheideleistung von hochwertigen Filtern ist meistens gut. Ein Nachteil von Aktivkohle ist, dass man ihr nicht ansieht, wann sie mit Schadstoffen gesättigt ist. Deshalb sollten die vorgeschriebenen Wechselintervalle der Hersteller unbedingt eingehalten werden. Bei gesättigter Aktivkohle kann die Schadstoffkonzentration in der Raumluft unbemerkt ansteigen. Der Fachmann spricht dann von einem „Durchbruch“ der Aktivkohle. Außerdem setzt sich Aktivkohle bei fettiger Luft schnell zu.

Referenzen zu „Luftreiniger Aktivkohle“

[1] Römpp, „Aktivkohle“

[2] Umweltbundesamt, „Sick Building Syndrom“

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